Vortragskurzinformation

17.11.2017

Dr. Ludger Krahn, Krefeld:

200 Jahre Sammel-Leidenschaft ...

Historische Mineralien-Etiketten und ihre Geschichte(n).

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Immer wieder tauchen Mineralstufen aus älteren Funden auf, bei denen noch die alten Begleitzettel erhalten sind.

Das erste derartige Stück in meiner Sammlung war eine Stufe mit sehr schönen Zinnober-Kristallen und gediegen Quecksilber vom Moschellandsberg – das zerrissene Etikett ist stark verblichen und gerade noch entzifferbar. Beim nächsten Stück erwies sich der Fundort als „Fake“: Die „Heteromorphit“-Stufe war laut Etikett von einem Bergrat Menzel 1889 erworben worden und sollte vom Blauen Schachte zu Meiseberg bei Neudorf stammen – der Abgleich mit Stufen von der Jost-Christian-Zeche bei Wolfsberg zeigte aber anhand der Ausbildung und der Paragenese eindeutig, dass das Stück aus Wolfsberg und nicht aus Neudorf stammt. Übrigens erwies sich der Heteromorphit später als das vor einigen Jahren neu entdeckte Mineral Dawsonit.

So waren anfangs die alten Etiketten für mich eine „nette Dreingabe“, die diese Stufen noch interessanter machten. Das galt umso mehr, wenn genaue Fundumstände dokumentiert waren oder es sich um individuell gedruckte Etiketten handelte.

Später erwachte bei mir das immer größer werdende Interesse an den Geschichten, mit hinter den alten Zetteln stecken. Das Internet bietet heutzutage eine hervorragende  Möglichkeit, diese zu recherchieren.