Vortragskurzinformation

16.08.2019

Leonhard Lietz, Düsseldorf

Der Geist im Stein - von Zwergen, Geistern und Dämonen des Erdreichs

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"In einer Höhle oder einem verlassenen Bergwerk darf man wohl singen, aber nicht pfeifen oder wispeln. Das kann der Berggeist gar nicht leiden. Er würde Unglück herbeirufen."

Diese aus der Steiermark überlieferte Weise bezeugt die alte Glaubensvorstellung des Menschen, dass in der Erde übernatürliche Wesen leben. Es sind gerade diese dunklen, unwirtlichen Tiefen, welche auf den Menschen eine phantasieanregende Wirkung haben. Mit Beginn des systematischen Abbaus von wertvollen Erzen und Mineralien dringt der Bergmann in diese Welt, in der er mit vielerlei Gefahren rechnen muss. Denn im Berg muss sich der Hauer stehts bewusst sein, dass er nicht alleine ist. Es entstehen im Laufe der Jahrhunderte unzählige Bewohner der Tiefe, Dämonen und Geister von guter oder böser Gesinnung, die in den Bergen und Höhlen beheimatet sind, welche uns zum Teil in Märchen und Sagen bis heute überliefert sind.

 

Berggeister, Zwerge und andere Bewohner der Tiefe sind ein fester Bestandteil des europäischen Sagenkreises. Der Vortrag beleuchtet an Hand ausgewählter Märchen, Volkssagen und Mythen die Überlieferungsgeschichte und kulturhistorische Bedeutung dieser Sagengestalten.